Fallstudie 3: Implementierung eines größeren Volumens für ein Medizinprodukt
Der Kunde, ein Medtech-Unternehmen mit einem Therapiegerät der Klasse IIb, musste ein doppelt so großes Vial integrieren und überwand bestehende Architekturgrenzen.
1. DIE HERAUSFORDERUNG Der Kunde, ein Medtech-Unternehmen mit einem Therapiegerät der Klasse IIb, war jahrelang durch eine grundlegende architektonische Einschränkung blockiert: Das Gerät konnte nur eine einzige, feste Vial-Größe aufnehmen. Diese Begrenzung verhinderte den Eintritt in ein margenstarkes Marktsegment, das ein doppeltes Dosiervolumen erforderte.
Auf dem Papier schien die Anforderung einfach: Unterstützung eines größeren Vials. In der Praxis war dies strukturell inkompatibel mit dem bestehenden Design. Über fünf Jahre lang scheiterten mehrere Ingenieurteams an inkrementellen Anpassungen aufgrund mechanischer Interferenzen und Toleranzkollisionen.
Angesichts des wachsenden Marktdrucks drohte das Unternehmen den Anschluss zu verlieren, da das Produkt stagnierte.
2. DIE LÖSUNG Wir entschieden uns bewusst für einen First-Principles-Ansatz: Statt das größere Vial in eine ungeeignete Struktur zu zwingen, wurde die gesamte mechanische Baugruppe entfernt und von Grund auf neu konstruiert. Dieses Clean-Sheet-Konzept befreite uns von Altrestriktionen und ermöglichte eine rein funktionale Auslegung von Geometrie, Toleranzen und Kraftflüssen.
Unter Einsatz neuer Materialien und eines optimierten mechanischen Layouts schufen wir eine Struktur, die das doppelte Vial-Volumen prozesssicher aufnimmt und dabei Stabilität, Bedienbarkeit und Sicherheitsmargen einhält. CAD-Iterationen sicherten die Machbarkeit in nur drei Monaten.
Der entscheidende Punkt war die Erkenntnis, dass inkrementelle Optimierungen unmöglich waren. Der Neustart schuf unverzichtbare Freiheitsgrade und konzentrierte sich präzise auf die mechanischen Schnittstellen des Vials.
3. DIE ERGEBNISSE Der neue Prototyp nahm das doppelt so große Vial zuverlässig auf, bestand alle Machbarkeitsprüfungen und eröffnete den sofortigen Zugang zu einem neuen Marktsegment in nur drei Monaten.